(CB) Oft sieht man beeindruckende Bilder von der Milchstraße – aber ich hatte bisher keine Ahnung, wie man solche Bilder überhaupt machen kann. In meiner Vorstellung ging ich bisher eigentlich davon aus, dass man dazu erstens ein Teleskop und zweitens präzise Kenntnisse über Astronomie haben müsste. Und ich habe beides nicht…
Die Anregung, es selbst einmal auszuprobieren, kam von einem Fotofreund. Er hatte eine kleine Anleitung gefunden und vorgeschlagen, die darin beschriebenen Schritte einmal an einer dunklen Talsperre bei Neumond auszuprobieren. Und so trafen wir uns mit einigen Fotofreundinnen und -freunden mitten in der Nacht an einer dunklen Talsperre. Und ja – schon bei der Hinfahrt durfte ich feststellen, dass es dort wirklich dunkel war. Dazu hatten wir richtig Glück mit dem Wetter – während tagsüber der Himmel bedeckt war und ab und an einige Regentropfen gefallen waren, war die Nacht an der Talsperre tatsächlich sternenklar. Allerdings: die Milchstraße habe ich mit dem bloßen Auge nicht sehen können – die „Lichtverschmutzung“ durch die benachbarten Städte allerdings recht deutlich…
Also stellten wir unsere Kameras auf, richteten diese – der Anleitung folgend – gen Süden aus und zielten mit dem Objektiv etwa 15° aus der Horizontalen in den Himmel. So, dass noch ein wenig vom Wald auf dem Bild sein würde, mehr als Zweidrittel des Bildes aber mit dem Himmel gefüllt würden. Ich hatte mich für mein 14 – 24 mm/f2,8 Objektiv bei 14 mm entschieden, die ISO auf 2000 eingestellt, manuell auf „Unendlich“ fokussiert und erst einmal 15 Sekunden belichtet. Das Ergebnis war ein überbelichtetes, unscharfes Bild des Waldes und eines mehr oder weniger schwarzen Himmels. Aber nach ein paar weiteren Versuchsaufnahmen stellte sich eine Verschlusszeit von 8 Sekunden als optimal dar. Ganz, ganz schwach war auf dem Kamera-Display bereits ein diagonal verlaufendes Sternenband zu sehen. Die Milchstraße ?
Mit Hilfe der kameraseitigen Intervall-Funktion ließ ich die Kamera mehrere Serien mit je 15 Aufnahmen aufzeichnen. Zwischen den Serien variierte ich den Bildausschnitt ein wenig bis schließlich nur noch ein der linken unteren Ecke ein paar Baumspitzen erkennbar waren. Ob sich das frühe Aufstehen in der Nacht gelohnt hatte, konnte ich so adhoc nicht sagen – ich hatte Bilder gemacht, auf denen sich ein schwaches diagonal verlaufendes Lichtband abzeichnete…
Nach dem Ausschlafen und dem Frühstück ging es dann ans Entwickeln der RAW-Dateien. Wie empfohlen habe ich die Bilder erst einmal „homologisiert“, d.h. Objektivverzerrungen und Weißabgleich bei allen Bildern einer Serie gleich eingestellt. Anschließend habe ich die Bilderserien mit einer sehr speziellen Software „gestackt“ – also zusammengerechnet – und dabei natürlich gemerkt, dass ich keine „Dunkelbilder“ gemacht hatte, um das Bildrauschen herausrechnen zu können. Ok, das ließ sich schnell nachholen und das Procedere wiederholen…
Ja, auf den gestackten Bildern war dann schon deutlich mehr zu erkennen – also die Milchstraße ist definitiv auf den Bildern zu sehen. Vielleicht vom Aufnahmestandpunkt suboptimal, aber – hey! – es war der allererste Versuch!
Die gestackten Bilder habe ich dann in mein Lieblingsprogramm zur Bildbearbeitung geladen und entwickelt – und ja, dabei kamen dann die nachstehenden Bilder heraus.
Ach ja, so richtig Ahnung habe ich immer noch nicht, aber es gibt wirklich gute Apps für das Mobiltelefon, mit denen selbst ich mich am nächtlichen Sternenhimmel zurechtfinden kann…






