(CB) Wenn man an Wuppertal denkt, denkt man fast automatisch an die Schwebebahn, jenes Verkehrsmittel, welches es aufgrund seiner Einzigartigkeit zu DEM Wuppertaler Wahrzeichen gebracht hat. Ich muss zugeben, dass ich seit Jahren nicht mehr mit der Schwebebahn gefahren bin, insofern war jener Abend mit befreundeten Fotografinnen und Fotografen in Wuppertal auch mal wieder ein „schwebendes“ Erlebnis.
Im Grunde ist die Idee, eine Einschienen-Hängebahn über einem Fluss durch die ganze Stadt zu errichten unglaublich genial. Während man in anderen Städten Gewässer vollständig überbaut oder kanalisiert hat – was, nebenbei bemerkt, der Gewässergüte ganz und gar abträglich ist – hat man in Wuppertal den Lauf der Wupper genutzt, um ein Schnellverkehrsmittel zu errichten, mit dem man in etwa einer halben bis dreiviertel Stunde einmal nahezu komplett Wuppertal „durchfahren“ kann. Mit einem straßengebundenen Verkehrsmittel ist das kaum noch möglich – jedenfalls nicht ohne die Verkehrsregeln brutal außer Acht zu lassen…
Und bei Nacht bietet die Schwebebahn auch durchaus spannende Motive – nicht nur die inzwischen modernisierten Bahnhöfe, sondern auch die Bahn selbst. Ihre Lichtspuren bei der Ein- oder Ausfahrt aus den Bahnhöfen zu fotografieren macht schon Spaß.
Unsere Tour führte uns erst einmal zur Endhaltestelle in Vohwinkel, wo wir auch entsprechende Tickets gekauft haben. Von dort aus ging es in direkter Schwebebahnfahrt zum Bahnhof Werther Brücke – einer der wenigen noch erhaltenen „alten“ Bahnhöfe. Direkt an der B7/Höhne gelegen – wenn man so will bilden die Schwebebahnstationen Werther Brücke und Alter Markt die Anfangs- oder Endpunkte (wie man es denn sehen will) der Fußgängerzone in Wuppertal Barmen. Und ich denke, dass wir alle nicht schlecht gestaunt haben, wie viele „Blaulicht“- Einsätze es entlang dieser Strecke nur in der kurzen Zeit unseres Foto-Stopps an der Werther Brücke gegeben hat.
Von der Station „Werther Brücke“ ließen wir uns mit der Schwebebahn zur Station „Alter Markt“ fahren. Nebenbei: der Bereich „Alter Markt“ in Wuppertal Barmen dürfte mit zu den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten in ganz Wuppertal gehören. Wenn es sich hier staut, ist das ganze Tal „lahmgelegt“. Hier ließ sich nicht nur die Schwebebahn fotografieren, hier konnte auch der Straßenverkehr bildfüllend in Szene gesetzt werden. Nicht ganz so prickelnd war halt, dass wir noch mitten im Bundestagswahlkampf 2025 waren, so dass aber auch wirklich jedes (!) Motiv in Wuppertal irgendwo mit Wahlplakaten „verziert“ worden war. Frei nach Loriot ist der Politiker auf einem Wahlplakat zwar am Besten aufgehoben, jedoch wenn die bekannten Polit-„Größen“ vor jedem Motiv in Überlebensgröße „herunterlächeln“ sind, kann man schon Ärger ob der Plakate-Flut empfinden.
Schlusspunkt der (fotografischen) Tour bildete dann die Station „Ohligsmühle“ – die erste, die in einem modernen, eher futuristischen Architekturstil errichtet wurde. Da es inzwischen auch schon recht spät geworden war, hatte sich die Taktzeit der Schwebebahnen deutlich verlängert – und kalt war es dann auch noch. Aber egal, „Eine Bahn geht noch!“